Die Daten einer aktuellen Studie von SparkToro und Similarweb zeigen das Ausmaß: In Deutschland enden 62,1 % aller Suchanfragen ohne Klick. Das sind keine Einzelfälle – das ist die neue Realität in den Suchergebnissen.
Warum nehmen Zero-Click-Searches zu?
Zero-Click-Searches sind Suchanfragen bei Google, die ohne einen einzigen Klick auf eine externe Website enden. Der Nutzer stellt eine Frage, bekommt die Antwort direkt in den Suchergebnissen angezeigt – und verlässt Google nie. Für Shopbetreiber bedeutet das: Rankings allein reichen nicht mehr. Entscheidend ist, ob Nutzer überhaupt noch auf einen Link klicken.
Google hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von SERP-Features eingeführt, die Antworten direkt auf der Suchergebnisseite liefern. Die wichtigsten Treiber im Überblick:
Google hebt einzelne Inhalte direkt an Position 0 hervor und beantwortet Fragen ohne Klick. Featured Snippets erscheinen häufig bei Definitionen, Anleitungen und Listen. Wer ein Featured Snippet hält, gewinnt Sichtbarkeit – bekommt aber oft keinen Traffic.
Bei Suchanfragen nach Marken, Personen oder Unternehmen zeigt Google ein Informations-Panel direkt in den Ergebnissen. Nutzer finden dort Definitionen, Kontaktdaten oder Öffnungszeiten – ohne die Website zu besuchen.
Das neueste und stärkste SERP-Feature. Google generiert KI-basierte Zusammenfassungen direkt zu Suchanfragen. Studien belegen, dass AI Overviews die Klickrate auf organische Ergebnisse messbar senken. In Deutschland seit 2025 verfügbar – die volle Auswirkung auf Traffic und Anfragen steht noch aus.
Auch Bild-Suchanfragen enden zunehmend ohne Klick. Google zeigt Bilder direkt in den SERP-Ergebnissen an, ohne dass Nutzer die Quelle besuchen müssen. Für Shops mit Produktbildern ein unterschätztes Risiko – aber auch eine Chance durch optimierte Bild-Inhalte.
Bei lokalen Anfragen zeigt Google Karten und Unternehmensdaten direkt in den Ergebnissen. Besonders relevant für Shops mit stationärem Handel – hier kann das Local Pack aber auch gezielt genutzt werden.
Die Entwicklung: Wie schnell wächst das Problem?
Die Daten der Studie zeigen eine klare Richtung. Was 2016 noch eine Minderheit war, ist heute die Mehrheit aller Google-Suchanfragen – und der Trend beschleunigt sich durch KI und neue AI-Features weiter.
Das ist das schnellste Wachstum bei Zero-Click-Searches seit einem Jahrzehnt – getrieben durch KI-Zusammenfassungen und neue AI-Features in der Google-Suche.
Deutschland liegt mit 62,1 % aktuell noch unter dem US-Wert. Ein möglicher Grund sind EU-Regularien die Googles Bevorzugung eigener Dienste eingeschränkt haben. Da AI Overviews in Deutschland erst seit 2025 verfügbar sind, dürften Rankings und Klickraten hierzulande in den kommenden Jahren weiter unter Druck geraten.
Was bedeutet das konkret für deinen Onlineshop?
Nicht alle Anfragen sind gleich betroffen. Zero-Click-Searches treffen vor allem informationelle Keywords – Fragen, Definitionen und Erklärungen. Transaktionale Keywords wie „Sneaker kaufen" oder „Kaffeemaschine günstig" führen deutlich häufiger zu Klicks, weil Google dort keine direkte Antwort liefern kann.
Informationelle Suchanfragen
- „Was ist Merinowolle?"
- „Wie pflege ich Leder?"
- „Unterschied WLAN und LAN"
- Definitionen, Listen, Anleitungen
Navigationale Suchanfragen
- „Zalando Schuhe"
- „Nike Onlineshop"
- „[Markenname] Kontakt"
- Marken- und Unternehmensnamen
Transaktionale Suchanfragen
- „Sneaker kaufen"
- „Kaffeemaschine günstig"
- „Winterjacke Herren bestellen"
- Kauf- und Preisanfragen
Nutzer die aktiv nach deiner Marke suchen, werden von keinem SERP-Feature abgefangen. Wer nach „Nike Laufschuhe" sucht, klickt auf Nike. Wer nach „rote Laufschuhe" sucht, bekommt möglicherweise ein AI Overview – und klickt gar nicht. Branded Search schützt vor Zero-Click-Verlusten.
Strategien für Shopbetreiber: So bleibst du sichtbar
Wer langfristig Traffic und Sichtbarkeit sichern will, muss breiter denken als klassisches SEO. Diese Strategien helfen dir, trotz steigender Zero-Click-Searches relevant zu bleiben.
Der wirksamste Schutz vor Zero-Click-Verlusten ist eine starke Marke. Investiere in Markenbekanntheit durch Content, Community, Newsletter und Marketing außerhalb von Google – damit Nutzer direkt nach deinem Unternehmen suchen, nicht nur nach dem Produkt.
Featured Snippets können trotz ausbleibender Klicks wertvolle Sichtbarkeit liefern. FAQ-Inhalte auf Produkt- und Kategorieseiten einbauen, strukturierte Daten via Schema Markup implementieren und Fragen rund um eure Produkte mit klaren Definitionen und Beispielen beantworten.
Da Bild-Suchanfragen zunehmend ohne Klicks enden, sollten Produktbilder konsequent optimiert werden: aussagekräftige Dateinamen, Alt-Texte und strukturierte Bild-Daten. Wer in der Bildersuche sichtbar ist, gewinnt Impressions – und bleibt als Marke präsent, auch ohne direkten Klick.
Inhalte die Fragen beantworten, Definitionen liefern und konkrete Beispiele zeigen, können in AI Overviews und Featured Snippets erscheinen. Das erzeugt Sichtbarkeit auch ohne direkten Traffic – und stärkt die Wahrnehmung eurer Marke als verlässliche Quelle.
Ein vollständiges Google Business Profil ist für Shops mit stationärem Anteil Pflicht. Wer im Local Pack erscheint, gewinnt direkte Sichtbarkeit in den Suchergebnissen – trotz Zero-Click-Trends.
Die Google Search Console zeigt bei welchen Suchanfragen du Impressions ohne Klicks sammelst. Das sind die Keywords wo Zero-Click-Features greifen. Nutze diese Daten um deine SEO-Strategie und Optimierung gezielt anzupassen – und erkenne wo sich ein Featured Snippet lohnt.
Organischer Google-Traffic wird als einziger Kanal riskanter. E-Mail-Marketing, direkter Traffic über eine starke Marke, Social Media und Preisvergleichsportale werden als Ergänzung wichtiger. Wer mehrere Kanäle bespielt, ist weniger abhängig von Google-Algorithmen und SERP-Veränderungen.
Einschränkungen der Studie – was die Daten nicht zeigen
Die SparkToro/Similarweb-Studie ist eine wichtige Quelle – aber nicht ohne Einschränkungen. Wer die Daten richtig einordnen will, sollte diese Punkte kennen:
Die Analyse berücksichtigt ausschließlich die Browser-Nutzung. Suchanfragen über die Google App – besonders mobil stark genutzt – sind nicht in den Daten enthalten.
Mobil wurde bereits nach zehn Sekunden Inaktivität das Ende einer Suche angenommen. Das kann dazu führen, dass Suchanfragen als Zero-Click gewertet werden, obwohl der Nutzer noch aktiv war.
Wer seine Suchanfrage korrigiert oder anpasst, erzeugt damit eine neue Suche. Der Klick wird dann der neuen Anfrage zugeschrieben – die erste gilt als Zero-Click. Das kann die Rate leicht nach oben verzerren.
Fazit zur Studie: Die Daten sind trotz dieser Einschränkungen ein klarer Indikator. Der Trend ist eindeutig – auch wenn einzelne Zahlen mit Vorsicht zu interpretieren sind. Google selbst hat die Methodik in der Vergangenheit ebenfalls kritisch kommentiert.
Fazit: Was Shopbetreiber jetzt tun sollten
Zero-Click-Searches sind kein vorübergehendes Phänomen. Sie sind das Ergebnis einer strategischen Entscheidung von Google, Nutzern Antworten direkt zu liefern – und werden durch KI und neue AI-Features weiter zunehmen.
Sorge dafür dass dein Checkout sie nicht wieder verliert. Warum Kunden kurz vor dem Kauf abspringen – und was du dagegen tun kannst – zeigen wir in unserem Artikel zur Conversion-Optimierung im Checkout.
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