Rund um ChatGPT wird derzeit intensiv diskutiert, ob in Zukunft gesponserte Inhalte direkt in Antworten integriert werden könnten. Intern scheint OpenAI zu prüfen, wie sich Werbung und bezahlte Empfehlungen so einbinden lassen, dass sie möglichst nahtlos in den Dialog passen — nicht als klassische Anzeigen, sondern als Teil der Antwort. Für Unternehmen ist dieses Thema deshalb besonders relevant, weil es den Ort verändert, an dem Nutzer Entscheidungen treffen. Diese Entwicklung kommt nicht überraschend. Bereits in einem unserer früheren Blogbeiträge haben wir die frühe Phase der Kommerzialisierung von ChatGPT beleuchtet und gezeigt, dass sich die Plattform Schritt für Schritt von einem reinen Assistenz-Tool hin zu einem wirtschaftlich orientierten System entwickelt. Die aktuellen Diskussionen rund um mögliche gesponserte Inhalte fügen sich in genau dieses Bild ein — auch wenn noch offen ist, wie weit solche Modelle tatsächlich umgesetzt werden.
Kommt Werbung in ChatGPT?
Ob und in welcher Form gesponserte Inhalte wirklich eingeführt werden, ist bislang nicht endgültig entschieden. Klar ist jedoch, dass unterschiedliche Ansätze geprüft werden. Denkbar ist, dass bei stärker kaufbezogenen Anfragen künftig Empfehlungen sichtbarer in Antworten eingebunden werden. Für Nutzer könnte das wie eine persönliche Beratung wirken, für Unternehmen wäre es eine zusätzliche Möglichkeit, in entscheidungsnahen Momenten präsent zu sein. Parallel dazu gibt es Überlegungen, ergänzende Informationsbereiche rund um Antworten zu integrieren. Besonders in Bereichen wie Reisen, Produkten oder Dienstleistungen könnten Hinweise erscheinen, die den nächsten Schritt — vom Informieren zum Handeln — erleichtern. Werbung wäre damit weniger trennscharf von der Nutzungssituation, sondern stärker darin eingebettet. Auch Szenarien, in denen Recherche und Kaufprozesse enger miteinander verknüpft werden, stehen im Raum. Ziel ist es, Entscheidungswege zu verkürzen und Nutzern weniger Medienbrüche zuzumuten. Ob und wie solche Ideen umgesetzt werden, bleibt abzuwarten.
Was bedeutet das für Unternehmen?
Sollten diese Konzepte Realität werden, verschiebt sich Sichtbarkeit noch stärker in den Dialog zwischen Nutzer und KI. Entscheidungen entstehen dann nicht mehr nur in klassischen Suchergebnislisten, sondern dort, wo Fragen gestellt und Antworten gegeben werden. Unternehmen, die an dieser Stelle präsent sind, begleiten potenzielle Kunden sehr nah am tatsächlichen Moment der Entscheidung.
Damit entstehen auch Chancen:
neue Kontaktpunkte
verkürzte Customer Journeys
präzisere Ansprache bei bestehendem Interesse
Gleichzeitig profitieren Unternehmen, die früh beginnen, Inhalte so aufzubereiten, dass sie in KI-Antworten sinnvoll und vertrauenswürdig eingebunden werden können.